Der Schutz Gottes

Jesus sprach: Jerusalem, Jerusalem, Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt. Matthäus 23, 37

Wie vielen Küken kann eine Henne unter ihren Flügeln Platz bieten? Als ich diese Frage stellte, gingen die Meinungen auseinander: 5, 8, 10 oder mehr? Wer kann das heute noch so genau wissen?

Wir kaufen unsere Eier beim Supermarkt und machen uns kaum noch Gedanken darüber, woher diese kommen. Wer hat schon einmal eine Henne gesehen, die ihre Küken ausführt oder ihren Warnruf gehört, wenn Gefahr lauert oder beobachtet, wenn ihre vielen Küken unter ihren Flügeln verschwinden? Wer erlebte schon einmal eine Henne, die sich vehement dem Angreifer stellt, um ihre Jungen zu schützen?

Jesus kannte solche Szenarien und machte einen Vergleich: Hier vergleicht er sich mit einer Henne und sieht in seinen Zeitgenossen die Küken, denen er Schutz geben wollte. „Der Schutz Gottes“ weiterlesen

Ein neues Kapitel beginnt

Die kamen nun mit den Ältesten zusammen und hielten erneut einen Rat. Sie gaben den Soldaten reichlich Geld mit der Anweisung: Sagt, seine Jünger kamen des Nachts und haben ihn gestohlen, während wir schliefen! Und wenn es der Statthalter erfährt, wollen wir ihn schon beschwichtigen und dafür sorgen, dass euch nichts geschieht. Sie nahmen das Geld und taten, wie man sie angewiesen hatte. Matthäus 28, 11-15

Die Botschaft, dass Jesus auferstanden ist, hätte logischerweise den Beweis erbracht, dass man einen Unschuldigen gekreuzigt hatte und alles, was er über sich gesagt hatte, die Wahrheit war. Anstatt sich nun an die eigene Brust zu schlagen und sich vor Gott zu entschuldigen, unternahm man alles, um diese Botschaft zu verschweigen. Man entwendete Geld aus dem Gotteskasten und gab es den Soldaten, damit sie die Lüge verbreiteten, die Jünger hätten den Leichnam Jesu gestohlen. Damit hatten auch diese sich selbst um eine Gnade betrogen, die Gott ihnen zuteil werden ließ.

Sie durften Zeugen seiner Auferstehung sein, denn der Engel sprach zu ihnen: Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Matth. 28, 6. Mit der Annahme des Geldes hatten sie sich entschlossen, mit einer Lüge weiterleben zu wollen, anstatt sich mit der Botschaft des Engels zu beschäftigen. „Ein neues Kapitel beginnt“ weiterlesen

Das Finale kommt

Das Himmelreich ist gleich einem König, der seinem Sohn Hochzeit machte. Matthäus 22, 2

Ein besonderer Höhepunkt im Leben eines Menschen ist der Tag, an dem er sich verheiratet. Nichts bleibt mehr so wie es war. Ab jetzt teilt er sein weiteres Leben mit einem Menschen, den er liebt. Im obigen Text arrangiert ein König für seinen Sohn eine Hochzeit. Es soll eine groß angelegte Feier werden, eine Feier auf höchstem Niveau. In der Regel feiert ein ganzes Volk, wenn ein Monarch heiratet. Solche Anlässe sind auch ein Medienereignis und jedes Detail wird ausgiebig kommentiert. „Das Finale kommt“ weiterlesen

Jesus bekennen

Wer mich aber bekennet vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Matthäus 10, 32-33

Ein Pastor erzählte mir, dass die Jugend, die er um sich versammelt hatte, sich eines Tages darüber beklagte, dass keine Fremden in ihre Zusammenkünfte kommen. „Die vielen leeren Plätze wirken nicht unbedingt ermutigend“, fügte jemand hinzu. Der Pastor ergriff die Gelegenheit und fragte: „Wollt ihr wirklich, dass alle Plätze besetzt sind, dann gehen wir jetzt nach draußen und rufen sie herein. Unsere Stadt ist voll von Jugendlichen“. Im Moment schien sein Vorschlag einiges durcheinander zu bringen. Sie hatten ein Programm vorbereitet und das sollte jetzt durchgezogen werden. Alles abbrechen und hinausgehen? Viel zu kalt und ungemütlich und dazu sind wir innerlich nicht vorbereitet. Alle Ausreden halfen nichts, denn der Pastor hatte sich schon seine Jacke angezogen und stand an der Tür. „Her zu mir“, sagte er, „jetzt holen wir sie rein“. Nach etwa einer Stunde trafen sich alle wieder im warmen Raum, doch sie kamen nicht allein. Einige Jugendliche von der Straße waren ihnen gefolgt. „Das war der Anfang eines geistlichen Aufbruchs in unserer Jugendarbeit“, fügte er freudig hinzu. Einige Wochen später wurde ich zu einer Konferenz von dieser Jugend eingeladen und konnte sehen, was Gott in kurzer Zeit hier zu tun vermochte. „Jesus bekennen“ weiterlesen

Die wertvolle Perle

Abermals ist das Himmelreich gleich einem Kaufmann, der gute Perlen sucht, und da er eine köstliche Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie. Matthäus 13, 45-46

Perlen wachsen nicht wie Früchte an den Bäumen; man gräbt sie auch nicht aus dem Gestein von Geröll von Felsen oder Bergen. Perlen findet man in der Tiefe der Meere, im Persischen Golf, an den Küsten Sri Lankas, vor Australien, bei den Südsee-Inseln, Venezuela, Mexiko oder Panama oder in verschiedenen Flüssen. Perlentaucher müssen zu ihnen oft mehr als 20 Meter tief hinabtauchen, um sie zu finden, und das nicht selten unter großer Lebensgefahr. Dazu sind Perlen von harten Schalen umgeben und müssen erst befreit werden, wenn man sie besitzen will. „Die wertvolle Perle“ weiterlesen

Taten sprechen lauter als Worte

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Matthäus 22, 39

Die vielen Verordnungen, die Gott seinem Volk im Alten Testament gab, hatten eine zentrale Botschaft: Alle Bereiche des Lebens sollten auf Nächstenliebe gegründet sein. Jesus geht noch weiter, wenn er von der Liebe zu den Feinden spricht. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen. Matth. 5,44.

Sicher ist eine solche Botschaft eine Überforderung für den natürlichen Menschen. Sein Gerechtigkeitsempfinden sinnt auf Vergeltung und übt Rache. In der moslemischen Welt wird das in vielen Facetten in erschreckender Weise immer wieder sichtbar. So werden Nachbarn zu Feinden und werden umgebracht, nur weil man glaubt, die eigene Ehre sei geschändet worden. „Taten sprechen lauter als Worte“ weiterlesen

Die Zeichen der Zeit verstehen

Über des Himmels Aussehen könnt ihr urteilen; könnt ihr dann nicht auch über die Zeichen der Zeit urteilen?  Matthäus 16, 3

Jesus tadelt die Geistlichen, dass sie nicht in der Lage waren, die Zeichen, die Gott für sie gesetzt hatte, deuten zu können. Im Gegenteil: Sie sagten, Jesus treibe die Dämonen durch den Obersten der Teufel aus und stuften ihn als Gesandter des Bösen ein. – In der Summe waren es die vielen verpassten Gelegenheiten, die das Schicksal dieser Nation für Jahrtausende zu bestimmen begannen. Was ist das Zeichen deiner Wiederkunft?, fragten die Jünger. Jesus hatte ihnen versprochen, dass er gehen würde, um ihnen eine Stätte zu bereiten und dann wiederzukommen. Die Apostel nehmen in ihren Briefen immer wieder Bezug auf dieses Versprechen und trösten die Gläubigen. „Die Zeichen der Zeit verstehen“ weiterlesen

Auf krummen Linien gerade schreiben

Urteilt nicht über andere, damit Gott euch nicht verurteilt. Denn so wie ihr jetzt andere verurteilt, werdet auch ihr verurteilt werden. Und mit dem Maßstab, den ihr an andere legt, wird man euch selber messen. Matthäus 7, 1-2

Es liegt in der menschlichen Natur, andere zu beurteilen. Dabei haben besonders Moralisten eine hohe Meßlatte. Entspricht jemand nicht ihren Vorstellungen, wird geurteilt, sortiert und abgestraft. Der Evangelist Lukas gibt uns dafür ein Beispiel. Eines Tages hatte Simon, der Pharisäer, Jesus in sein Haus geladen, um mit ihm Tischgemeinschaft zu haben. Unverhofft erschien eine Frau, sie war als Prostituierte stadtbekannt. Diese trat hinzu und salbte Jesus die Füße. Da Simon diese Frau kannte, hätte er sie am liebsten hinausgeworfen. Jesus aber ließ es geschehen und schon benutzte Simon seine Meßlatte: Wenn dieser ein Prophet wäre, müsste er wissen, wer diese Frau ist. „Auf krummen Linien gerade schreiben“ weiterlesen

Der Himmel kann hier beginnen

Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist doch der Größte im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich. Matthäus 18, 1-4.

In diesen Tagen las ich eine Geschichte über Amdorf in Ostfriesland. Vor vielen Jahren brütete hier noch jährlich ein Storchenpaar. Weil diese herrlichen Vögel recht selten waren, wartete man im Frühjahr gespannt auf die Heimkehr des Storchenpaares aus Afrika, beobachtete und registrierte genau, ob das Nest wieder angenommen wurde und die Brut durchkam. Im nächsten Jahr waren sie wieder gekommen. Mit viel Fleiß war das Nest wieder ausgebessert und das erste Ei war gelegt worden. Die Amdorfer waren zunächst hoch erfreut, bis sie die Ankunft eines weiteren Storchenmännchens registrierten. Die Freude über den dritten Storch war allerdings nur kurz: Zu ihrem Entsetzen mussten die Leute feststellen, dass von nun an Streit eingekehrt war bei Storchens und darüber das Brutgeschäft übel vernachlässigt wurde. „Der Himmel kann hier beginnen“ weiterlesen

Ein Jünger, was ist das?

Darum geht zu allen Völkern und macht sie zu Jüngern.  Matthäus 28, 19

Matthäus gebraucht das Wort „Jünger“ zum ersten Mal in der Bergpredigt Jesu. Da heißt es: Er setzte sich auf einen Berg und seine Jünger traten zu ihm und er lehrte sie. Ich habe nachgeschaut, welches Wort andere Übersetzer für Jünger gebrauchen. Die englischen Übersetzungen verwenden für Jünger das Wort „disciples“, das soviel heißt wie Disziplinierte. Eine schwedische Übersetzung benutzt das Wort „efterföljare“, das soviel heißt wie Nachfolger sein. „Ein Jünger, was ist das?“ weiterlesen

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