Neue Perspektiven

Und Josua und Kaleb, die auch das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider und sprachen zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel: Das Land, das wir durchzogen haben, um es zu erkunden, ist sehr gut. 4. Mose 14, 6-7

Vor mir liegt das Foto eines Hauses mit einem kleinen Dachfenster. Die Scheiben sind nicht groß und dazu verschmutzt, kaum möglich hinauszuschauen. Darunter steht geschrieben: Unsere unterschiedlichen Sichtweisen verdanken wir den Fenstern, aus denen wir schauen. Dann war das Fenster, aus dem Josua und Kaleb schauten, kein trübes Dachfenster, sondern eine Plattform mit guter Aussicht und neuen Perspektiven.

Jeder hat seine eigene Perspektive. Was der eine als Herausforderung betrachtet, empfindet der andere als erdrückende Situation. Während die zehn Kundschafter nur Probleme sahen, erblickten Josua und Kaleb bereits ihre zukünftigen Häuser, die fruchtbaren Äcker, wohlgenährte Herden und ein gutes Leben. Während die einen sich von Gott getäuscht fühlten, sahen die anderen die gnädige Hand Gottes über ihrem Leben, die alles zum Guten wenden würde. Während die einen sich ängstlich verkrochen, weil die Bewohner des Landes in ihren Augen als Riesen erschienen, sahen die anderen diese bereits besiegt am Boden liegen. „Neue Perspektiven“ weiterlesen

Mütter, ein Geschenk

Und Adam nannte sein Weib Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben. 1. Mose 3, 20

Jeder wurde von einer Frau geboren, ob jeder damit auch eine Mutter hatte, ist damit nicht geklärt. Nicht jede Frau ist auch wirklich Mutter. Unter dem Begriff „Mutter“ hat die Bibel konkrete Vorstellungen. Gott spricht zu seinem Volk: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Jes. 66, 13. Eine Mutter steht für Trost, Liebe, Schutz und Geborgenheit. Wenn das heranwachsende Mädchen dies von Anbeginn nicht vermittelt bekommt, wird es ihm später schwer fallen, seinem Kind eine wirkliche Mutter sein zu können. Seine Gefühle und mütterlichen Veranlagungen konnten sich nie richtig entwickeln, so verkümmerten sie oder sind deformiert. „Mütter, ein Geschenk“ weiterlesen

Keine Resignation

Und das Volk klagte vor den Ohren des Herrn, dass es ihm schlecht gehe. Und als der Herr das hörte, entbrannte sein Zorn. 4. Mose 11, 1

Dieses Volk hatte sich unter den Schutz Gottes gestellt und sich seiner Führung anbefohlen. Jetzt waren sie unterwegs in ein Land, dass Gott ihnen als zukünftige Heimat verheißen hatte. Kaum hatten sie Ägypten verlassen, übernahm eine lichte Wolke, wie eine ausgebreitete Hand, die Führung, damit sie den Weg finden konnten. Damit sie keinen Hunger oder Durst zu leiden hatten, gab Gott ihnen täglich frisches Brot vom Himmel und kühles Wasser aus dem Felsen. Näherten sich plündernde Horden, half Gott ihnen, sie zu verjagen. An alles war gedacht, damit sie unbeschadet das Ziel erreichen konnten.

Etwa 27 Monate waren sie bereits unterwegs und wahrscheinlich konnten sie aus der Ferne schon die schneebedeckten Gipfel des Hermon sehen, als sich plötzlich Resignation ausbreitete. „Es geht uns schlecht“, schrien sie „und an allem ist Gott Schuld“.  Was war geschehen? „Keine Resignation“ weiterlesen

Verhängnisvolle Entscheidung

Da sprach Abraham zu Lot: Lass doch nicht Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind Brüder. Steht dir nicht alles Land offen? Trenne dich doch von mir! Da erwählte sich Lot die ganze Gegend am Jordan. Also trennte sich ein Bruder von dem anderen. 1. Mose 13, 8-9+11

Abraham und Lot waren Viehhirten; sie hatten es zu Wohlstand gebracht und ihr Reichtum vermehrte sich, was zu einem Problem führte: Die Weideplätze gaben nicht mehr genügend Futter für das Vieh her. Es musste nach einer Lösung gesucht werden. So gab es zwei Möglichkeiten: Entweder man begnügte sich mit dem, was man hatte, dann könnten beide wie Brüder beieinander wohnen bleiben oder man setzte auf Vermehrung, und eine Trennung war unvermeidbar.

Lot entschied sich für eine Trennung. Einen solchen Bericht kann man zur Kenntnis nehmen, wie viele andere und zur Tagesordnung übergehen, – wenn es da nicht heißen würde, dass sich Brüder trennten. Das könnte im übertragenden Sinne auch heißen: Dann zerbrach die Ehe und jeder ging seinen Weg, oder dann zerbrach die Freundschaft, die Beziehung und jeder ging seinen Weg. Leider ist das die brutale Wirklichkeit und der Grund ist immer der gleiche: Weil man nicht bereit ist, zu verzichten oder sich einzuschränken, beginnt der angehäufte Wohlstand unsere Beziehungen zu zerfressen und verbannt in die Einsamkeit. „Verhängnisvolle Entscheidung“ weiterlesen

Barfuss vor Gott

Gott sprach zu Mose: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land. 2. Mose 3, 5

Als Gott sich dem Mose in einem brennenden Dornbusch offenbarte und er hinzutreten wollte, hieß es: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe aus von deinen Füßen, denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land.

Während eines Besuches auf Sri Lanka war es mir vergönnt, eine alte Tempelstätte zu besichtigen. Eine Gruppe Einheimischer beobachtete mich, als ich die Treppen zur Buddhastatue betreten wollte. Man ermahnte mich, gefälligst vorher die Schuhe auszuziehen. Offenbar haben alle Religionen etwas gemeinsam: Man begegnet seinen Göttern in großer Ehrfurcht und mit Respekt.

Unwillkürlich stellte ich mir die Frage, in welcher Haltung wir vor Gott hintreten, wenn wir beten. Jesus erzählt eine Geschichte, in der ein Pharisäer und ein Betrüger in den Tempel kommen, um zu beten. Während der Geistliche seine guten Taten und Qualitäten aufzählt, schlägt der Betrüger an seine Brust und bittet Gott um Vergebung. Dieser, sagte Jesus, wurde erhört, während der andere leer ausging. Luk. 18, 9 -14. Die Bibel lehrt uns, wie wir beten sollen: Lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen, in völligem Glauben, besprengt in unseren Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser. Hebr. 10, 22. „Barfuss vor Gott“ weiterlesen

Erfolg kann nicht alles sein

Und der Herr ging weg, nachdem er aufgehört hatte zu reden; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort. 1. Mose 18, 33

Wir kennen den Spruch: Habe deine Lust am Herrn; der wird dir geben, was dein Herz wünscht. Ps. 37, 4. Ich kann sagen: „Mir geht es gut, der Herr hat für alles gesorgt. Ich habe alles und kein Wunsch ist offen geblieben.“ Soweit, so gut! – Aber als Geistlicher habe ich noch viele andere Wünsche. Ich wünsche mir, dass meine Mitmenschen Jesus als ihren Herrn annehmen; ich wünsche mir blühende und wachsende Gemeinden an allen Orten im Lande. Ich wünsche mir Christen mit Ausstrahlung! – Das sind solche, die von Gott gesalbt sind und denen man die Freude vom Gesicht ablesen kann. – Meine Wunschliste ist noch viel länger, aber ich bin frustriert. – Ich weiß, dass Wünsche allein nicht genügen. Wenn Träume sich erfüllen sollen, dann sollte man aufwachen und an die Arbeit gehen. Das ist geschehen. „Erfolg kann nicht alles sein“ weiterlesen

Rückendeckung von Gott

Da erhob sich der Engel Gottes, der vor dem Heer Israels herzog, und stellte sich hinter sie. Und die Wolkensäule vor ihnen erhob sich und trat hinter sie und kam zwischen das Heer Israels. Und dort war die Wolke finster, und hier erleuchtete sie die Nacht, und so konnten die Heere die ganze Nacht einander nicht nähern. Und die Kinder Israel gingen hinein mitten ins Meer auf dem Trockenen. 2. Mose 14, 19-22

Die Heere Pharaos waren fest entschlossen, die entflohenen Juden wieder in die Sklaverei nach Ägypten zurückzuholen. Die Wolkensäule verhinderte es, indem Gott ihnen den Rücken deckte und sie schützte.

Wir entdecken hier eine großartige Wahrheit, die auch heute noch Gültigkeit besitzt. Gott schützt seine Kinder vor Angriffen aus dem Hinterhalt, indem er ihnen den Rücken deckt. Das hat Paulus gemeint, wenn er schreibt: Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, der
gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns.
Röm. 8, 31+33-34. Wenn Gott uns Rückendeckung gibt, erwartet er, dass auch wir dasselbe tun. „Rückendeckung von Gott“ weiterlesen

Raubvögel verscheuchen

Und die Raubvögel stießen hernieder auf die Stücke, aber Abraham scheuchte sie davon. 1. Mose 15,11

Gott schloss mit Abraham am Altar einen Bund und verhieß ihm das Land Kanaan als Besitz für ein Volk, dessen Urvater er werden sollte. Noch ehe ein Nachkomme geboren wurde, gestattete Gott ihm einen Blick in die nächsten 4-500 Jahre. Als Fremdlinge sollten sie unter einem Volk leben, das sie unterdrücken würde. Dennoch wollte Gott sie segnen, bewahren und befreien.

Dieser Bericht weist Parallelen auf zu unserer Situation als Christen. Auch mit uns hat Gott einen Bund geschlossen, als wir Christus annahmen. Auch uns hat der Herr ein Land verheißen – die zukünftige Welt, das Neue Jerusalem. Auch wir leben als Fremdlinge und Pilger unterwegs in eine bessere Welt. Auch wir werden geächtet, unterdrückt, verfolgt. „Raubvögel verscheuchen“ weiterlesen

Amalek, der Feind in der Wüste

Da kam Amalek und kämpfte gegen Israel in Raphidim. 2. Mose 17, 8

Die Juden waren gerade der Sklaverei entflohen, als schon eine neue Gefahr auf sie lauerte. Jetzt waren es die Amalekiter, ein Volksstamm aus der Wüste, der raubend und mordend durch die Gegend zog. Sie hatten die Juden entdeckt und umzingelt, da sie wussten, dass diese nicht arm waren. Man gab ihnen viel Gold und Silber als Lohn ihrer harten Arbeit mit auf den Weg. Das wollten sie ihnen jetzt abnehmen.

Der Name Amalek ist bedeutungsvoll: „Der einem das Leben aussaugt.“ Damit bekommt diese Geschichte für alle eine Bedeutung, die sich ebenfalls auf der Heimreise befinden. Durch die Erlösung wohnt Christus in unseren Herzen und wir sind überaus reich geworden. Denn in Ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr habt diese Fülle in ihm. Kol. 2, 9-10. „Amalek, der Feind in der Wüste“ weiterlesen

Brot vom Himmel

Da sprach der Herr zu Mose: „Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen, und das Volk soll hinausgehen und täglich sammeln, was es für den Tag bedarf. Und als sie das sahen, sprachen sie untereinander: Man hu? Denn sie wussten nicht, was es war. 2. Mose 16, 4 +15.

Ein Volk, etwa zwei Millionen, zog vierzig Jahre durch die Wüste und wurde täglich mit frischem Brot versorgt, ohne dass sie je einen Acker hätten bestellen müssen oder sonst etwas leisteten. Die einzige Bedingung war, dass sie täglich hinausgehen mussten, um sich das Geschenk einzusammeln. Haben wir uns je Gedanken darüber gemacht, welche Mengen Brot sie täglich verzehrten?

Nehmen wir an, jeder nimmt pro Tag ein Pfund zu sich, dann wären es bei ihrer Größenordnung zwei Millionen Pfund gewesen, oder 200.000 Zentner oder 1000 Tonnen Lebensmittel. Sollten wir die Versorgung übernehmen, benötigten wir 142 LKWs, mit je sieben Tonnen Ladegewicht – und das jeden Tag, vierzig Jahre hindurch. – Die Ration bekam jeder gratis, weil Gott jeden beschenken wollte. „Brot vom Himmel“ weiterlesen

Verified by ExactMetrics