Pastor Gottlob Ling – Nachruf

Der 28. Mai 2020 sollte ein weiterer Höhepunkt in seinem Leben werden. Doch der HERR, dem er ein Leben lang treu diente und dabei viele bemerkenswerte Spuren hinterließ, rief ihn bereits am 23. April, noch vor seinem 88. Geburtstag heim. Nun darf er schauen, was er immer glaubte.

Im Sommer 1960 begegnete ich ihm, als seine Zeltkirche in Ötisheim stand. Als junger Christ suchte ich nach dem lebendigen Wort Gottes und war auf diese Möglichkeit hingewiesen worden. Wir waren gerade erst von NRW nach Lienzingen bei Mühlacker umgezogen und – Ötisheim war nicht weit entfernt.

Die erste Frage von Pastor Ling, nachdem wir uns die Hand geschüttelt hatten, war: „Bist du auch gläubig?“. Ich hatte mich erst ein Jahr zuvor taufen lassen und so konnte ich – scheinbar überzeugend genug – „Ja“ sagen. „Geb obacht“, meinte er darauf hin, „dann kannst du heute Abend dein Zeugnis sagen.“
So war er. Direkt und ohne Umschweife klärte er die Fronten, – und hatte Erfolg damit. Er war ein Pionier und ein Macher. Ich sollte ihn noch kennen lernen.

Als wir 1974 unser Haus in Iptingen bauten und bewohnbar machten, suchten wir nach einer Gemeinde der Volksmission in der Nähe. 1965 hatte ich meine Frau in der Volksmission in Stuttgart-Zuffenhausen kennen gelernt, wo wir 1966 von Pastor Oskar Siering getraut und damit dort auch Gemeindeglieder wurden. Nun kamen wir also Anfang 1975 in die Gemeinde von Pastor Gottlob Ling in Pforzheim. Damals noch in einem Hinterhof in der Maximilianstrasse 11.

Und dann lernte ich ihn, seine vielfältige Arbeit, als Gemeindepastor, Evangelist und Verleger, und dann auch seine Familie, Frau und fünf Kinder kennen. Pastor Gottlob Ling hatte nur ein Lebensziel: Menschen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus führen.
Aus der Prämisse nach Röm. 10,17 , dass „der Glaube aus der Predigt kommt“, folgerte er die für ihn wichtigsten Aufgaben im Leben: „Predigen“ und „Häuser bauen“ – in denen er Predigen konnte.

Beim ersten Haus, an dessen Planung, Bau, Nutzung und Verwaltung ich fast 40 Jahre lang beteiligt war, erlebte ich Gottlob Lings Vision, Weitsicht, Beharrlichkeit und Durchsetzungsvermögen – und konnte dabei sehr viel lernen. Weil ihm eine Predigt am Sonntag und ein-zweimal unter Woche zuwenig war, erfand er die tägliche Telefon-Kurzpredigt und ging mit seiner Zeltkirche auch auf den Messplatz, um den Pforzheimern die Frohe Botschaft des Evangeliums zu verkünden. 

Es würde den Rahmen dieses Blog sprengen, wenn ich hier alle gemeinsamen Erlebnisse in der Volksmisson e.C. und im Sozialwerk Bethesda aufführen wollte. Sein Nachfolger im Vorstand der VM Bernhard Röckle, hat bereits einiges in facebook skizziert. Weitere aktuelle Würdigungen seines Lebenswerkes (wofür er 2008 bereits mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde), werde ich hier gelegentlich ergänzen.

Eine Möglichkeit Worte der Erinnerung an Gottlob Ling,  oder tröstende Worte für die Hinterblieben zu hinterlassen, habe ich im Portal http://www.ewigeerinnerung.de als digitales Kondolenzbuch eingerichtet
( www.ewigeerinnerung.de/Kondolenzbuch.cms?MemorialID=3418 ), weil die Beisetzung in Corona Zeiten nur im engsten Familienkreis stattfinden darf.
Wir werden ihn auf dem Friedhof in Bauschlott besuchen, sobald es möglich ist. Und auf ein Wiedersehen im Himmel freuen wir uns auch schon.

Eine Antwort auf „Pastor Gottlob Ling – Nachruf“

  1. Liebe Schwester Ling. Viele Jahre sind inzwischen vergangen als wir 1980 unseren Dienst in der Volksmission Gemeinde Schorndorf begannen. Dein Mann lud uns zu euch nach Hause zu einem Kaffee und Pretzel ein, wo wir euch kennenlernen durften, und danach noch einige Begegnungen stattfanden. Es war für uns eine gesegnete Zeit. So möchten wir dir und deiner Familie unsere herzlichste Teilnahme an eurem Verlust deines lieben Mannes mitteilen. Möge der Herr euch segnen und viel Kraft in schweren Stunden der Trauer schenken. Offb. 19:9
    In der Liebe Jesu verbunden, Werner & Ella Schulz Melbourne Australien.

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